Unsere Ziele

Hamburg soll eine Stadt werden, in der sich alle Menschen mit ihren Bedürfnissen nach Mobilität wohl fühlen. Für uns ist die Reduzierung von Verkehrslärm, Luftschadstoffen und Unfallgefahren sowie des Flächenverbrauchs unserer Mobilität wichtig. Um diese Ziele zu erreichen, wollen wir vor allem zum Umstieg aufs Fahrrad motivieren.

Dies gelingt, wenn wir eine Infrastruktur erzeugen, die dem Spektrum aller Radfahrenden gerecht wird und zugleich nicht zu Lasten des Fußverkehrs, des ÖPNV oder des Stadtgrüns geht. Des Weiteren ist uns die gesellschaftliche Teilhabe aller wichtig. Wir wollen daher auch die Mobilität all derer verbessern, die nicht in Besitz eines Autos oder einer HVV-Jahreskarte sind.

Hamburg will Fahrradstadt werden, setzt aber derzeit nur Versatzstücke um. Wir fordern verbindliche gesetzliche Regelungen mit echten Verbesserungen:

1. Dichtes, barrierefreies Radfahrnetz für alle

Wir wollen sicherstellen, dass alle Ecken Hamburgs Anschluss an das (weitgehend zu schaffende) Fahrradnetz erhalten. Dazu soll im Gesetz eine Erschließungsqualität festgelegt werden – ähnlich wie das beispielsweise für die Planung von Bushaltestellen herangezogen wird. Dieses Netz soll durchgehend sein – und auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar sein.

2. Sichere Schulradwege für Hamburgs Kinder

Ein wichtiger Schwerpunkt für uns ist die sichere und kindgerechte Erschließung von Schulen, Sportstätten und Freizeitorten. Diese Routen müssen so sicher sein, dass Eltern ihren Kindern gerne erlauben, ihre Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Schulen (und damit auch Eltern) müssen an der Planung der Routen beteiligt sein, wodurch auch die Akzeptanz erhöht wird. Dafür sind Schulradwegprogramme aufzuerlegen.

3. Fahrradfreundliche Ampelschaltungen und Kreuzungsdesign

Bis zu vier Mal muss gegenwärtig ein Radfahrender an einer Kreuzung warten, um diese passieren zu können. Dies widerspricht dem Ziel der Förderung der Fahrradnutzung. Kreuzungen müssen ohne frustrierende Zeitverluste und mit möglichst wenigen Stopps sicher überquert werden können. Zudem fordern wir die Entschärfung von Kreuzungen, Trennung von Fußgänger- und Fahrradampeln und die Verbesserung der Sichtbeziehungen.

4. Sichere und breite Radwege an allen Hauptstraßen

Auch wenn viele verkehrsreiche Straßen Radwege und -streifen haben: es fehlen noch viele Straßen. Das Befahren von Hauptstraßen ist für einen zügigen Radverkehr unverzichtbar. Deshalb dürfen Radfahrende nicht ohne Wahlmöglichkeit auf Nebenstraßen verwiesen werden. Zudem fordern wir auch qualitative Standards (ebener Fahrbahnbelag, bevorzugt Asphalt) und vor allem eine Mindestbreite. Damit Radwege nicht zu Lasten der ohnehin schon viel zu schmalen Fußwege angelegt werden, wollen wir auch für diese eine Mindestbreite festlegen. Um Konflikte zu vermeiden müssen nebeneinanderliegende Rad– und Fußwege einen gleich festen Belag erhalten. Wenn immer möglich, soll eine bauliche Trennung zur Fahrbahn verhindern, dass illegale Parkvorgänge die freie Fahrt der Radfahrenden behindern.

5. Fahrradstraßen ohne Durchgangsverkehr

Gerade innerhalb der Wohngebiete bietet sich die Ausweisung von Fahrradstraßen an. Dies gelingt aber nur, wenn die Wohngebiete für den motorisierten Durchgangsverkehr undurchlässig sind und die tatsächliche Geschwindigkeit stark reduziert ist. Dies lässt sich beispielsweise durch Kappung mit Straßenteilen oder Pollern umsetzen.

6. Kreuzungsarme Radschnellwege zwischen allen Stadtteilen

Gerade für die Erschließung der Außenbereiche fordern wir tangentiale und radiale Radschnellwege, die vom Autoverkehr unabhängig geführt werden. Radschnellwege sollen Stadtrand und Zentrum sowie die Stadtteile untereinander verbinden. Sie sollen zügiges Fahren ermöglichen, und Radfahrende sollen nicht zum Anhalten an Kreuzungen gezwungen sein.

7. Ausreichend Fahrradbügel an Bahnhöfen und in Geschäftsstraßen

Wir wollen sicherstellen, dass an öffentlichen Orten Fahrradbügel installiert werden – keine Vorderradhalter. Zudem soll der Schwerpunkt vor allem da liegen, wo die Nachfrage an Abstellanlagen besonders hoch ist.

8. Benutzbarkeit der Radinfrastruktur sicherstellen

Viele der vor Jahrzehnten angelegten Radwege sind mittlerweile eine Zumutung: Wackelnde Platten, Risse, Wurzeln, unzureichender Winterdienst und gerne als Parkplatz missbraucht. Wir fordern dazu Maßnahmen, damit Radelnde sich auf die Benutzbarkeit der Radwege verlassen können. Bei Schnee, Frost und Laubfall sollen die Radverkehrsanlagen vorrangig geräumt werden. Schäden sind regelmäßig zu beseitigen, bevor der Fahrkomfort beeinträchtigt ist. Das trifft übrigens auch bei Baustellen zu: wenn Bauarbeiten an einer Radverkehrsanlage notwendig sind, so sind ortsnahe Umleitungen möglichst innerhalb der selben Straße einzurichten.

9. Detaillierte, belastbare Verkehrserhebung

Um Bürgerbeteiligung und Planung sinnvoll zu realisieren, fordern wir für Hamburg detaillierte Verkehrserhebung. Neben automatischen Zählstellen gehört dazu auch eine soziale Erhebung (Geschlecht, Altersgruppen, Zweck des Weges, Transport von Kindern oder Lasten etc), um Radverkehr auch auf die Menschen ausrichten zu können, die sich bislang nicht vorstellen können, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Das Ziel ist, allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen aktive Mobilität zu ermöglichen.

10. Ausbau der Bahnkapazitäten, damit die Sperrstunden zur Fahrradmitnahme wegfallen können

Gegenwärtig gibt es ausgedehnte Sperrzeiten im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Zu diesen Zeiten ist die Fahrradmitnahme nicht gestattet. Diese Sperrstunden resultieren daher, dass die Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr nicht ausreichend sind. Wir fordern daher der Ausbau der Kapazitäten, damit künftig diese Sperrstunde nicht mehr nötig ist!